Berlin gilt 2026 als einer der sichtbarsten deutschen Orte für Mode, weil Laufsteg, Straße, Clubkultur, Designausbildung und digitale Öffentlichkeit eng ineinandergreifen. Die Stadt zeigt Stil nicht nur auf Schauen, sondern auch im Alltag zwischen Mitte, Kreuzberg, Neukölln, Charlottenburg und den kreativen Arbeitsräumen vieler Designerinnen und Designer. Die Berlin Fashion Week für Frühjahr und Sommer 2027 ist offiziell für den Zeitraum vom 2. bis 5. Juli 2026 angekündigt. Damit rückt erneut die Frage in den Mittelpunkt, wie Berlin Mode als Ausdruck von Freiheit, Zugehörigkeit und urbaner Haltung sichtbar macht. Wer den Berliner Modestil erkennen will, muss deshalb nicht nur Trends betrachten, sondern auch Orte, Produktionsweisen, Medienbilder und die Rolle junger Talente.
Inhaltsverzeichnis
- Berlin als Modeort mit eigener Sprache
- Fashion Week Berlin 2026 und die Sichtbarkeit der Szene
- Straße, Club und Alltag als Bühne für Stil
- Nachwuchs, Hochschulen und neue Designpositionen
- Nachhaltigkeit, Material und Verantwortung in Berlin
- Digitale Medien und der Weg vom Look zur Nachricht
- Praktische Einordnung der Berliner Modeorte
- FAQ
Berlin als Modeort mit eigener Sprache zwischen UNESCO City of Design und urbaner Realität
Die Berliner Modeszene arbeitet mit starken Gegensätzen. Minimalismus trifft auf Avantgarde. Alltagskleidung trifft auf Performance. Lokale Labels treffen auf internationale Gäste. In diesem Spannungsfeld entsteht ein Stil, der seltener auf reine Eleganz setzt und häufiger auf Haltung, Funktion, Wiedererkennbarkeit und Bruch. Genau deshalb wird Berlin auch für Leserinnen und Leser interessant, die Berlin als Stadt der Modeinspiration verstehen wollen.
Berlin ist seit 2006 Teil des UNESCO Creative Cities Network als City of Design. Im Jahr 2026 markiert die Stadt damit das zwanzigste Jahr dieser Auszeichnung. Für die Mode ist das mehr als ein kulturelles Etikett. Die Auszeichnung beschreibt eine Stadt, in der Gestaltung, Alltag, Architektur, Musik, Kunst, Nachtleben und digitale Produktion eng miteinander verbunden sind.
Der Berliner Stil entsteht nicht aus einem einzigen Zentrum, sondern aus vielen parallelen Szenen. In Mitte verdichten sich Präsentationen, Agenturen, Showrooms und internationale Termine. In Kreuzberg und Neukölln prägen Ateliers, Secondhand-Kultur, Musikorte und kleine Marken das Bild. Charlottenburg bringt Handel, Galerien und klassische Stadträume in die Wahrnehmung. Diese Mischung macht die Mode in Berlin weniger geschlossen als in traditionellen Modemetropolen.
Die Stadt ist ein Ort der bewussten Unvollkommenheit. Viele Looks wirken nicht wie fertige Kampagnenbilder. Sie zeigen Gebrauch, Schichtung, alte Materialien, neue Schnitte und persönliche Codes. Genau darin liegt ein Teil ihrer Wirkung. Berliner Mode erzählt häufig von Bewegung durch die Stadt, von Wetter, Fahrrad, U-Bahn, Arbeit, Clubnacht, Galerieeröffnung und politischer Zurückhaltung im Auftritt.
Ein wichtiger Grund für diese Vielfalt ist die breite Kreativwirtschaft. visitBerlin verweist 2026 auf mehr als 30.000 Unternehmen in den Kultur- und Kreativbranchen der Stadt. Dazu zählen nachhaltige Mode, Produktdesign, Grafikdesign, Architektur und digitale Innovation. Mode steht dadurch nicht isoliert. Sie ist Teil eines größeren Ökosystems.
- Berlin verbindet Mode mit Musik, Kunst, Nachtleben und Stadtbild.
- Viele Labels arbeiten sichtbar mit Identität, Material und Haltung.
- Der Stil wirkt oft funktional, experimentell und bewusst unglatt.
- Die Stadt nutzt Design als kulturellen und wirtschaftlichen Standortfaktor.
Fashion Week Berlin 2026 mit Berlin Contemporary
Die Berlin Fashion Week ist eine zentrale Bühne für die deutsche Mode und zugleich ein Schaufenster für Berlins internationale Ambitionen. Die Ausgabe für Herbst und Winter 2026 lief vom 30. Januar bis 2. Februar 2026. Für Frühjahr und Sommer 2027 ist der Zeitraum vom 2. bis 5. Juli 2026 veröffentlicht. Damit bleibt Berlin im internationalen Rhythmus der Modewochen präsent.
Die Berlin Fashion Week wird von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie Berlin Partner getragen. Der Fashion Council Germany koordiniert zentrale Teile der Umsetzung, Organisation und Kommunikation. Diese Struktur ist wichtig, weil Mode in Berlin nicht nur als Event, sondern auch als Standortpolitik verstanden wird.
Berlin Contemporary und Studio2Retail gehören zu den prägenden Formaten. Berlin Contemporary stärkt ausgewählte Designerinnen und Designer im offiziellen Modewochenumfeld. Studio2Retail öffnet Mode stärker für Kundinnen, Kunden und die Stadtöffentlichkeit. So wird aus einer reinen Branchenwoche ein Programm, das auch Geschäfte, Pop-ups, Präsentationen und direkte Begegnungen einschließt.
Der Berliner Salon bleibt ein weiteres wichtiges Signal. In der Saison Herbst und Winter 2026 wurde die Gruppenausstellung im offiziellen Umfeld der Modewoche mit rund 50 nationalen und internationalen Designpositionen angekündigt. Das Format steht für Handwerk, Nachwuchs, etablierte Namen und eine kuratierte Sicht auf Mode aus Deutschland.
Die Relevanz der Modewoche zeigt sich nicht nur auf dem Laufsteg. Agenturen, Fotografen, Stylistinnen, Make-up-Teams, Räume, Hotels, Gastronomie und Medien profitieren vom verdichteten Programm. Die Berliner Wirtschaftsverwaltung beschreibt die Modewoche seit Jahren als Faktor für die lokale Wirtschaft. Für den Alltag der Stadt bedeutet das mehr Sichtbarkeit für Kreative, mehr internationale Kontakte und mehr mediale Aufmerksamkeit.
| Format oder Ort | Funktion in der Berliner Mode | Warum es für Leser wichtig ist | Gesicherter Bezug |
|---|---|---|---|
| Berlin Fashion Week | Offizielle Plattform für Schauen, Präsentationen und Branchentermine | Zeigt, welche Labels, Themen und Bilder die Saison prägen | Termine 2. bis 5. Juli 2026 für SS27 |
| Berlin Contemporary | Förderformat für ausgewählte Designpositionen | Macht neue Namen im offiziellen Rahmen sichtbar | Teil der offiziellen Modewochenstruktur |
| Studio2Retail | Verbindet Modewoche, Handel und Stadtpublikum | Bringt Mode näher an Käuferinnen, Besucher und lokale Orte | Format des Fashion Council Germany mit Berliner Unterstützung |
| Der Berliner Salon | Kuratierte Gruppenausstellung für Mode, Design und Handwerk | Ordnet Talente und etablierte Positionen in einem kulturellen Rahmen ein | Rund 50 Positionen in der AW26-Kommunikation |
| Berlin Curated | Plattform für Studierende und Absolventinnen | Erklärt, wie Nachwuchs professionelle Sichtbarkeit erhält | Offizielles Talent-Support-Format der Berlin Fashion Week |
Straße, Club und Alltag als Bühne für Berliner Mode
Berlin zeigt Mode besonders stark außerhalb klassischer Schauen. Der Gehweg wird zur Bühne. Der U-Bahnhof wird zum Übergang zwischen Milieus. Die Clubtür wird zum Filter für Codes. Der Wochenmarkt, der Fahrradweg und die Galerieeröffnung wirken als stille Testflächen für Kleidungsentscheidungen.
Berliner Streetstyle ist keine reine Kopie internationaler Trends, sondern eine lokale Übersetzung globaler Impulse. Oversize-Silhouetten, technische Stoffe, Vintage-Stücke, Schwarz, Grau, Leder, Denim, Utility-Details und bewusst gebrochene Eleganz tauchen häufig auf. Entscheidend ist aber nicht ein einzelnes Kleidungsstück. Entscheidend ist die Kombination aus Zweck, Haltung und Umgebung.
Die Verbindung zur Clubkultur bleibt prägend. Techno, elektronische Musik und Nachtleben haben in Berlin über Jahrzehnte eigene visuelle Codes entwickelt. Dunkle Kleidung, robuste Schuhe, körpernahe oder bewusst weite Schnitte und reduzierte Farbflächen gehören dazu. Diese Codes wandern aus der Nacht in den Tag. Sie werden in Cafés, Ateliers, Co-Working-Räumen und Redaktionen neu gelesen.
Gleichzeitig ist Berliner Mode nicht nur dunkel oder rau. Junge Marken arbeiten mit Farbe, Handarbeit, Upcycling, Prints und queeren Ausdrucksformen. Wer Modetrends aus dem Underground betrachtet, erkennt deshalb oft früher, welche Themen später in größeren Medienformaten auftauchen.
Warum der Alltag in Berlin für Modeberichte wichtig ist
Redaktionen nutzen Straßenbilder, weil sie Nähe herstellen. Ein Look auf dem Laufsteg zeigt eine Absicht. Ein Look im Alltag zeigt, ob diese Absicht tragbar wird. In Berlin ist diese Grenze besonders durchlässig. Viele Designerinnen, Stylisten, Musikerinnen, Fotografen und Käufer bewegen sich in denselben Stadträumen.
- Ein Trend wird zuerst in kleinen Szenen sichtbar.
- Fotografen und Medien greifen die Ästhetik auf.
- Labels übersetzen das Signal in Kollektionen oder Kampagnen.
- Plattformen und Magazine verstärken die Sichtbarkeit.
- Der Look erreicht Handel, Pop-ups und größere Zielgruppen.
Welcher Berliner Modetyp passt zu Ihrem Stil?
Dieser kurze Check ordnet typische Merkmale der Berliner Mode ein. Er ersetzt keine Stilberatung, hilft aber bei der schnellen Orientierung.
Nachwuchs, Hochschulen und neue Designpositionen an UdK Berlin
Berlin lebt als Modestadt stark von Ausbildung und Nachwuchs. Die Universität der Künste Berlin führt Modedesign im Umfeld des Designstudiums. Die weißensee kunsthochschule berlin bietet Mode-Design in Bachelor- und Masterstrukturen an. Beide Orte stehen für künstlerische Entwicklung, Materialfragen, Entwurfspraxis und den Übergang in eine professionelle Branche.
Der Nachwuchs ist für Berlin entscheidend, weil die Stadt ihren Stil immer wieder aus neuen Perspektiven erneuert. Studierende und Absolventinnen arbeiten häufig mit knappen Ressourcen. Genau daraus entstehen präzise Entscheidungen. Ein Material wird wiederverwendet. Ein Schnitt wird aus einer Bewegung heraus gedacht. Eine Kollektion reagiert auf Körper, Stadt und Alltag statt nur auf Marktlogik.
Berlin Curated ergänzt dieses Feld als Plattform der Berlin Fashion Week. Das Format richtet sich an Studierende und frische Absolventinnen und Absolventen. Es verbindet Runway, Showroom, Pop-up, Branchenkontakte und redaktionelle Sichtbarkeit. Die offizielle Kommunikation nennt eine Auswahl von 10 bis 12 Designerinnen und Designern, die jeweils mehrere Looks präsentieren können.
Diese Nachwuchsarbeit erklärt, warum Berliner Mode oft weniger glatt wirkt als klassische Luxuskommunikation. Sie entsteht nicht nur in etablierten Häusern. Sie entsteht in Werkstätten, Hochschulräumen, geteilten Studios, kleinen Produktionsketten und temporären Ausstellungen. Für die Stadt ist das ein Vorteil. Sie kann neue Handschriften schneller sichtbar machen als viele stärker hierarchische Modeorte.
- Hochschulen liefern Entwurfskompetenz und experimentelle Methoden.
- Modewochenformate schaffen Öffentlichkeit für junge Positionen.
- Showrooms verbinden kreative Arbeit mit Einkäufern und Presse.
- Pop-ups machen neue Labels für ein lokales Publikum erreichbar.
- Digitale Medien verlängern die Wirkung der Präsentationen.
Nachhaltigkeit, Material und Verantwortung in Berlin
Nachhaltigkeit ist in Berlin kein Randthema der Modewoche. Die Berlin Fashion Week hat Sustainability Requirements eingeführt, die sich am Rahmen der Copenhagen Fashion Week orientieren. Die Anforderungen dienen im Bewerbungsprozess als Rahmen. Sie sind keine formale Zertifizierung und kein klassisches Audit.
Kiez-Kompass für Berliner Mode
Der Kompass verbindet Ort, Stilmerkmal und Wirkung. So lässt sich ein Berliner Look schneller im Zusammenhang von Stadt, Alltag und Ausdruck lesen.
1. Welcher Ort prägt den Look?
2. Welches Merkmal fällt zuerst auf?
3. Welche Wirkung entsteht?
Wählen Sie drei Angaben aus, um den Look einzuordnen.
Für Berlin ist dieser Schritt wichtig, weil offizielle Schauen künftig stärker an Mindeststandards zu Verantwortung, Transparenz und Materialbewusstsein gebunden werden. Die Logik dahinter ist klar. Wer eine öffentliche Bühne nutzt, muss erklären können, wie Kollektionen entstehen, welche Materialien eingesetzt werden und welche Strukturen hinter dem Auftritt stehen.
Berlin passt gut zu diesem Ansatz. Viele lokale Positionen arbeiten ohnehin mit Wiederverwendung, kleinen Serien, Reparaturgedanken, Vintage-Bezügen oder langlebiger Gestaltung. Das heißt nicht, dass die gesamte Szene automatisch nachhaltig ist. Es heißt aber, dass die Stadt ein Umfeld hat, in dem solche Fragen sichtbar diskutiert werden.
Mode wird dadurch prüfbarer. Ein Look steht nicht mehr nur für Silhouette und Farbe. Er steht auch für Herkunft, Produktionsentscheidung, Materialauswahl und sozialen Kontext. Für Leserinnen und Leser wird diese Einordnung wichtiger, weil schöne Bilder allein immer weniger erklären.
| Beobachtung | Bedeutung für Berliner Mode | Worauf Leser achten können | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Wiederverwendung von Materialien | Passt zur Berliner Vorliebe für Bruch, Geschichte und Funktion | Materialhinweise, Produktionsangaben und Pflegeinformationen prüfen | Relevant für langlebige Kleidung |
| Kleine Serien | Erlauben präzisere Gestaltung und geringeres Überangebot | Verfügbarkeit, Nachproduktion und Reparaturmöglichkeiten beachten | Typisch für viele unabhängige Labels |
| Transparenz im Auftritt | Stärkt Vertrauen zwischen Marke, Presse und Publikum | Klare Angaben zu Materialien und Produktionswegen suchen | Wichtiger als reine Werbesprache |
| Inklusive Präsentationen | Erweitern das Bild davon, wer Mode trägt und zeigt | Casting, Größen, Styling und Bildsprache vergleichen | Teil der Berliner Selbstbeschreibung |
| Stadtnahe Präsentationen | Verbinden Mode mit Architektur, Szene und Alltag | Ort, Publikum und Inszenierung gemeinsam lesen | Besonders sichtbar während der Modewoche |
Digitale Medien und der Weg vom Look zur Nachricht in Berliner Redaktionen
Mode wird in Berlin schnell zur Nachricht. Ein Laufstegbild erreicht Magazine, Social-Media-Kanäle, Newsletter und Suchmaschinen. Ein Streetstyle-Foto kann eine Debatte über Silhouette, Körper, Herkunft oder Konsum auslösen. Eine kleine Präsentation kann durch digitale Verbreitung größer wirken als ihr Raum.
Die Berliner Modeöffentlichkeit entsteht heute aus einem Kreislauf von Schau, Bild, Redaktion, Plattform und Publikum. Dieser Kreislauf verändert, welche Looks sichtbar werden. Früher dominierten große Häuser und gedruckte Magazine. Heute können kleinere Labels über starke Bilder, klare Themen und glaubwürdige Orte Aufmerksamkeit gewinnen.
Für Redaktionen bedeutet das eine andere Arbeitsweise. Sie müssen nicht nur Kollektionen beschreiben. Sie müssen Bilder prüfen, Quellen einordnen, Orte benennen und unterscheiden, ob ein Trend langfristig ist oder nur kurz in Feeds auftaucht. Genau hier wird die Verbindung zwischen Mode und Journalismus wichtig. Wer den Informationskreislauf der Berliner Modeszene verfolgt, erkennt die Mechanik hinter vielen Schlagzeilen.
Auch Technologie verändert den Blick auf Mode. Online-Shops, digitale Lookbooks, automatisierte Bildsortierung, virtuelle Showrooms und soziale Plattformen beeinflussen, wie Kollektionen wahrgenommen werden. Berlin reagiert darauf mit einer Mischung aus Experiment und Pragmatismus. Manche Labels setzen auf direkte Nähe zum Publikum. Andere nutzen digitale Werkzeuge für Produktion, Kommunikation oder Verkauf.
Wie aus einem Berliner Look ein Thema wird
Ein einzelner Look wird nicht automatisch relevant. Er braucht Kontext. Ort, Person, Material, Geschichte, Timing und Bildsprache entscheiden über Wirkung. Berlin liefert dafür viele Anlässe, weil die Stadt ständig zwischen Kulturveranstaltung, Nachtleben, Arbeitsalltag und politisch sensibler Öffentlichkeit wechselt.
Die schnelle Verbreitung hat aber auch Risiken. Ein Stil kann vereinfacht werden. Ein Milieu kann zur Kulisse werden. Ein Label kann auf ein einzelnes Bild reduziert werden. Gute Berichterstattung muss deshalb erklären, statt nur zu zeigen. Sie muss benennen, was gesichert ist, und weglassen, was nicht belegbar ist.
Praktische Einordnung der Berliner Modeorte zwischen Laufsteg, Route und Stadtbeobachtung
Wer Mode in Berlin vor Ort verstehen will, sollte nicht nur eine Show besuchen. Sinnvoll ist eine Route durch verschiedene Stadträume. Mitte zeigt offizielle Sichtbarkeit, Galerien, Agenturen und Showrooms. Kreuzberg und Neukölln zeigen stärkere Nähe zu Musik, Nachtleben, jungen Marken und Alltagslooks. Charlottenburg ergänzt Handel, Kulturorte und klassische Berliner Stadträume.
Berliner Stil-Radar
Mit wenigen Klicks lässt sich ein Look einordnen. Der Radar zeigt, ob ein Outfit stärker vom Alltag, von expressiver Szeneästhetik oder von bewusstem Materialeinsatz geprägt ist.
Alltag
Ausdruck
Material
Wählen Sie Merkmale aus, um den Berliner Stil zu lesen.
Berlin lässt sich modisch am besten lesen, wenn man Laufsteg, Straße und Raum zusammen betrachtet. Eine Kollektion wirkt anders, wenn sie im Kraftwerk, in einer Galerie, in einem Museum, in einem Pop-up oder in einem Laden gezeigt wird. Der Ort beeinflusst die Wahrnehmung. Architektur, Licht, Publikum und Weg dorthin werden Teil der Modeerzählung.
Für Besucherinnen und Besucher ergibt sich daraus eine klare Methode. Erst den offiziellen Kalender prüfen. Dann ausgewählte Orte nach Nähe gruppieren. Anschließend die Stadtteile beobachten, in denen sich Mode tatsächlich im Alltag zeigt. Ein kurzer Videobericht kann dabei helfen, wenn er nicht nur Laufstegbilder zeigt, sondern auch Wege, Ateliers, Materialdetails und Gespräche mit Beteiligten einordnet.
Für eine einfache Einordnung genügt eine dreistufige Leseregel. Erst die Silhouette ansehen. Dann Material und Funktion prüfen. Zum Schluss den Ort beachten. Ein schwerer Mantel, grobe Schuhe und reduziertes Schwarz bedeuten in Berlin etwas anderes als in einer rein luxuriösen Umgebung. Der Stadtraum verändert die Aussage.
Diese Beobachtung erklärt auch, warum der Berliner Alltag den Stil formt. Kleidung muss hier häufig mehrere Situationen überstehen. Sie soll durch die Bahn, ins Büro, ins Atelier, zum Essen, zur Ausstellung und später vielleicht in einen Club passen. Daraus entsteht ein pragmatischer Kern, auch wenn die Oberfläche experimentell wirkt.
Orientierung für Leserinnen und Leser
- Offizielle Termine der Berlin Fashion Week zuerst prüfen.
- Modeorte nicht isoliert betrachten, sondern mit Stadtteil und Publikum lesen.
- Bei Labels auf Material, Produktion und wiederkehrende Handschrift achten.
- Streetstyle nicht als Zufall abtun, sondern als Frühindikator beobachten.
- Digitale Bilder mit redaktionellen Quellen und offiziellen Angaben abgleichen.
- Bei Trends zwischen kurzfristigem Hype und langfristiger Entwicklung unterscheiden.
Berlin bleibt damit ein Sonderfall im deutschen Modebild. Die Stadt sucht nicht nach einer einzigen Silhouette. Sie sammelt Widersprüche und macht daraus Lesbarkeit. Mode wird hier nicht nur getragen. Sie wird gezeigt, verhandelt, fotografiert, diskutiert und immer wieder neu zusammengesetzt.
Berlin Fashion Week als Bühne für urbanen Stil
Der Rückblick zeigt, wie Laufsteg, Stadtbild und kreative Szenen in Berlin zu einem gemeinsamen Modebild werden.
FAQ
Wann findet die nächste Berlin Fashion Week statt?
Die Berlin Fashion Week für Frühjahr und Sommer 2027 ist offiziell für den Zeitraum vom 2. bis 5. Juli 2026 angekündigt.
Warum gilt Berlin als wichtiger Modeort in Deutschland?
Berlin verbindet Modewoche, Designausbildung, Kreativwirtschaft, Clubkultur, Streetstyle und internationale Medienaufmerksamkeit. Dadurch entsteht ein eigenes Umfeld, das neue Labels und ungewöhnliche Ausdrucksformen sichtbar macht.
Was unterscheidet Berliner Mode von klassischer Luxusmode?
Berliner Mode wirkt häufig weniger formal und stärker durch Alltag, Material, Funktion und Haltung geprägt. Viele Looks arbeiten mit Brüchen, Schichtung, Vintage-Bezügen, dunklen Farbwelten oder experimentellen Formen.
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei der Berlin Fashion Week?
Die Berlin Fashion Week nutzt Sustainability Requirements, die sich am Rahmen der Copenhagen Fashion Week orientieren. Diese Anforderungen dienen im Bewerbungsprozess als Orientierung und sollen Verantwortung, Transparenz und Materialbewusstsein stärken.
Wo lässt sich Berliner Stil besonders gut beobachten?
Mitte, Kreuzberg, Neukölln und Charlottenburg zeigen unterschiedliche Seiten der Stadt. Offizielle Präsentationen, Pop-ups, Ateliers, Galerien, Musikorte und Straßenbilder ergeben zusammen ein genaueres Bild als ein einzelner Laufsteg.
Warum sind junge Designerinnen und Designer für Berlin so wichtig?
Nachwuchspositionen bringen neue Materialien, neue Körperbilder, neue Arbeitsweisen und neue Themen in die Öffentlichkeit. Hochschulen und Formate wie Berlin Curated helfen dabei, diese Arbeiten professionell sichtbar zu machen.
Berlin ist 2026 ein wichtiger deutscher Modeort, weil die Stadt offizielle Modewochenformate, Streetstyle, Designausbildung, Kreativwirtschaft und digitale Medien eng verbindet. Die Berlin Fashion Week SS27 findet vom 2. bis 5. Juli 2026 statt und stärkt Formate wie Berlin Contemporary, Studio2Retail und Der Berliner Salon. Der Berliner Stil entsteht nicht aus einer einzigen Schule, sondern aus vielen Stadträumen, Szenen und Arbeitsweisen. Nachhaltigkeit, Nachwuchsförderung und urbane Ausdruckskraft bestimmen zunehmend, wie Mode in Berlin gezeigt und gelesen wird.
Quelle: Berlin Fashion Week, Fashion Council Germany, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe Berlin, Berlin Partner, UNESCO Creative Cities Network, visitBerlin, Copenhagen Fashion Week, Universität der Künste Berlin, weißensee kunsthochschule berlin.



