Tanz und Licht in Spandaus neuer Techno-Location
Tanz und Licht in Spandaus neuer Techno-Location, Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

Berlins Westen bekommt eine neue Adresse für elektronische Musik. Am Brunsbütteler Damm entsteht mit dem AM Club ein Ort, der bewusst anders sein will als die bekannten Szene-Clubs im Zentrum. Die Eröffnung findet am 29. November um 22 Uhr statt – in einer früheren Meierei, die in ein modernes Veranstaltungshaus umgebaut wurde. Das Projekt soll Spandau neues Leben einhauchen und eine offene Clubkultur fördern.

Inhaltsverzeichnis:

Robin Jahr und das Konzept eines offenen Clubs

Robin Jahr, Sales Manager des AM Clubs, betont die Idee von Offenheit und Sicherheit. Jeder ab 21 Jahren könne den Club besuchen, unabhängig vom Stil oder Hintergrund. Damit grenzt sich der Club klar von der oft strengen Türpolitik anderer Berliner Adressen ab. Der AM Club will ein Umfeld schaffen, in dem sich Besucher willkommen fühlen.

Zur Eröffnung treten international bekannte DJs wie Cassy, Jon Hester und Jana Falcon auf. Cassy gilt seit über 20 Jahren als feste Größe der Szene, Hester steht für die moderne Techno-Generation. Das musikalische Konzept startet mit House und steigert sich über die Nacht zu härteren Klängen.

Die Lage im Industriegebiet bringt Vorteile. Lärmbeschwerden sind unwahrscheinlich, was laut Betreiber Léon Stoehr die Arbeit erleichtert. Auch die Polizei befürworte das Vorhaben, da es Kultur und Musik in einen bislang ruhigen Teil der Stadt bringe. Mehr zu kulturellen Entwicklungen in Berlin findet sich etwa hier.

Léon Stoehr, Jonathan Kavander und die Vision hinter dem Projekt

Hinter dem Club stehen drei Männer mit unterschiedlichen Hintergründen:

  1. Léon Stoehr – Eigentümer und Investor, dessen Familie das Gelände seit über 40 Jahren verwaltet.
  2. Robin Jahr – erfahren im Nachtleben, verantwortlich für Vertrieb und Organisation.
  3. Jonathan Kavander – das Gesicht der Techno-Szene, mit 15 Jahren Erfahrung aus Stockholm.

Kavanders Ziel ist es, Generationen zusammenzubringen. Nach der Corona-Pandemie habe sich die Szene zersplittert, was er mit neuen Veranstaltungen wieder verbinden möchte.

Der Standort Spandau soll dabei nicht als Nachteil, sondern als Chance gesehen werden. Das Einzugsgebiet reicht bis nach Potsdam und Falkensee. „Uns ist bewusst, dass wir vor allem ein lokales Publikum begrüßen werden“, sagt Jahr. Touristen zieht es nach wie vor eher in Clubs im Osten der Stadt, etwa in Friedrichshain oder Kreuzberg.

Ein Beispiel für kreative Veranstaltungen in der Hauptstadt bietet auch das Festival of Lights, das ebenfalls Kultur an unerwartete Orte bringt.

Die Alte Meierei als Clubstandort

Das Gebäude, in dem der AM Club eröffnet, hat eine lange Geschichte. In den 1950er- und 1960er-Jahren befand sich dort eine Milchproduktion mit Käserei. Die alten roten Klappen und massiven Wände aus Stahlbeton zeugen noch heute von dieser Zeit. Zwölf riesige Eisblöcke kühlten damals die Halle über zwei Wochen hinweg – ein technisches Detail, das die Stabilität des Gebäudes unterstreicht.

Diese industrielle Umgebung bildet heute den Rahmen für eine moderne Clubarchitektur mit Fokus auf Sound, Licht und Atmosphäre. Der Clubname „Alte Meierei“ ist eine bewusste Hommage an die Geschichte des Ortes.

Spandaus Chance in der Berliner Clublandschaft

Während sich viele bekannte Clubs wie Renate oder Watergate aus der Innenstadt zurückziehen, entsteht im Westen Raum für Neues.

Offener Safe Space für elektronische Musik
Offener Safe Space für elektronische Musik, Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

Der AM Club könnte ein Vorreiter für die Verlagerung der Clubkultur in Randgebiete werden. Stoehr nennt Beispiele wie das RSO, das trotz seiner Lage außerhalb des Zentrums erfolgreich arbeitet.

Der Club will kein Ort der Eliten sein, sondern ein „Safe Space“ für alle, die elektronische Musik lieben. Dabei orientiert sich das Konzept am Ritter Butzke, wo Offenheit wichtiger ist als Dresscode.

Für die Zeit nach Silvester ist ein weiteres Event mit dem Spandauer Kollektiv Vodka Babies geplant. Bookerin Leonie Blümner betont, dass junge, lokale Künstler die ersten Stunden gestalten werden. Ähnliche Projekte, die Musik, Licht und Kultur verbinden, finden auch an anderen Orten Berlins statt – etwa beim Projekt Licht und Eis.

Adresse:
Brunsbütteler Damm 51–53, 13581 Berlin-Spandau
Eröffnung: 29. November, 22 Uhr
Instagram: @amclub_spandau

Der AM Club in Spandau setzt auf Offenheit, Vielfalt und lokale Verbundenheit – ein neuer Impuls für Berlins westliche Clubkultur.

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Quelle: Berliner Morgenpost

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