Am Potsdamer Platz fällt am 31. August ein letztes Mal der Vorhang für die Blue Man Group. Mehr als fünf Millionen Besucher haben in zwei Jahrzehnten die Shows im Bluemax-Theater erlebt.
Inhaltsverzeichnis:
- Bühne im Bluemax-Theater am Potsdamer Platz
- Musiker Nadim Helow und seine Karriere in Berlin
- Zahlen zu Schminke, Kostüm und Publikum
- Zukunftspläne von Theater und Künstlern
Bühne im Bluemax-Theater am Potsdamer Platz
Die Blue Man Group trat seit 2004 im Bluemax-Theater auf. Drei stumme Figuren mit blauer Schminke, kahl geschorenen Köpfen und weit aufgerissenen Augen standen dabei im Mittelpunkt. Sie bewegten sich durch die Reihen, nutzten Taschenlampen und experimentierten mit einfachen Alltagsgegenständen. Besonders bekannt waren die Performances mit weißen PVC-Rohren, die als Schlaginstrumente eingesetzt wurden.
Zur Musik gehörten Tribal-Rhythmen, E-Gitarren und ein Percussion-Set mit 22 Trommeln. Ergänzt wurde das Ensemble durch Bass, Chapman Stick und eine eigens entwickelte Zither mit 86 Saiten. 95 Prozent der Klänge entstanden live, ohne Playback. Der musikalische Leiter Jens Fischer Rodrian betonte, dass eine Show nur mit voller Energie funktioniere.
Musiker Nadim Helow und seine Karriere in Berlin
Nadim Helow, Captain der Blue Man Group, stand bereits bei der ersten Berliner Aufführung auf der Bühne. Als Student der Hochschule für Musik Hanns Eisler nahm er zufällig am Casting teil. Was als kurzes Engagement begann, wurde zu einem über 20-jährigen Kapitel seiner Karriere. Helow bezeichnete die Arbeit als seltenes Privileg in einer Branche, in der feste Engagements kaum vorkommen.
Die blauen Figuren haben keine Nationalität, keine Geschichte und keine politische Botschaft. Helow betonte, dass sie dadurch zur Projektionsfläche für Emotionen des Publikums würden – Neugier, Staunen, manchmal auch ein wenig Furcht.
Zahlen zu Schminke, Kostüm und Publikum
In 21 Jahren verbrauchten die Visagisten rund 6.000 Kilogramm blaue Schminke und über 960 Liter Spezialöl zur Entfernung der Farbe. Jeder Performer benötigte etwa 45 Minuten, um sich in die Rolle zu verwandeln. Im Durchschnitt saßen die Darsteller monatlich 18 Stunden in der Maske.
Die Zuschauerzahlen waren hoch. Mehr als fünf Millionen Menschen sahen die Blue Man Group in Berlin, darunter 25.000 Schulklassen. Vor allem Touristen sorgten für volle Reihen, doch die Pandemie führte zu spürbaren Einbrüchen. Jens Fischer Rodrian erklärte, dass Besucher seit Corona vorsichtiger mit Ausgaben für Kultur seien und sich der Tourismus in Berlin nicht so erholt habe wie in Hamburg.
Zukunftspläne von Theater und Künstlern
Das Bluemax-Theater beschäftigte über 60 Mitarbeiter aus 15 Ländern. Mit dem Ende der Show wechseln einige von ihnen zum Musical-Unternehmen ShowSlot, das die Räumlichkeiten übernimmt. Andere schließen sich der neuen Cirque-du-Soleil-Produktion "Alizé" an, die ab Oktober im Theater am Potsdamer Platz startet.
Für Nadim Helow bedeutet das Finale keinen endgültigen Schluss. Gemeinsam mit Kollegen plant er, die Idee der Blue Man Group in neuer Form fortzuführen. Er gründet eine Produktionsfirma und nimmt sogar einige Kanister der blauen Farbe in seine Werkstatt mit. Damit soll die kreative Arbeit auch nach dem Abschied aus Berlin weiterleben.
Quelle: RBB24, YouTube





