Nach regenreichen Wochen kehrt nun der Sommer in die Hauptstadt zurück. Ab Donnerstag steigen die Temperaturen auf über 25 Grad, und ab Montag sagen Wetterdienste fast durchgehend Sonnenschein voraus. Mit der Wärme verändert sich jedoch auch das Straßenbild Berlins deutlich. Die leichten Kleidungsstücke ersetzen die Regenjacken und Stiefel – jedoch nicht immer mit modischem Fingerspitzengefühl. Besonders einige wiederkehrende Trends sorgen dabei für Aufsehen.
Inhaltsverzeichnis:
- Cowboystiefel in Mitte und Prenzlauer Berg
- Tuniken im Stil von Sonja Zietlow
- Leinenhosen und ihre praktischen Probleme
- Hosen mit abnehmbarem Bein
- Ärmel mit Knopf und Riegel
- Flip-Flops und ihre gesundheitlichen Folgen
Cowboystiefel in Mitte und Prenzlauer Berg
In den Straßen von Berlin, besonders in den Bezirken Mitte und Prenzlauer Berg, taucht ein Look immer häufiger auf: weißes Kleid, große Sonnenbrille und Cowboystiefel. Dieser Stil ist spätestens bei Temperaturen über 20 Grad weit verbreitet, vor allem an Wochenenden. Häufig wird er bei Spaziergängen über Flohmärkte gesehen. Die Kombination mag praktisch erscheinen, ist jedoch weder neu noch funktional. Cowboystiefel sind für den Sommer ebenso wenig geeignet wie Sandalen im Winter.
Wichtige Fakten zu diesem Trend
- Ursprünglich inspiriert von Westernmode
- Häufig kombiniert mit leichten Sommerkleidern
- Auffällig in den Stadtteilen mit hoher Dichte an Straßencafés und Märkten
Tuniken im Stil von Sonja Zietlow
Schon ab Mai erscheinen auf Berlins Straßen farbenfrohe Tuniken und Kaftane. Diese leichten Oberteile sind luftig, wirken jedoch nicht immer vorteilhaft. Die deutsche Fernsehmoderatorin Sonja Zietlow gilt vielen als Vorbild für diesen Kleidungsstil, den sie regelmäßig in Australien trägt. Charakteristisch sind auffällige Muster, bei denen Tier- und Pflanzenmotive kombiniert werden.
Typische Eigenschaften dieser Kleidungsstücke
- Weite, flatternde Schnitte
- Bunte Stoffe mit auffälligen Mustern
- Ursprung in der Freizeit- und Urlaubsbekleidung
Je nach Ausführung können Tuniken optisch älter machen oder das Erscheinungsbild unvorteilhaft verändern.
Leinenhosen und ihre praktischen Probleme
Leinenhosen sind im Sommer beliebt, aber schwer zu pflegen. Selbst nach sorgfältigem Bügeln kehrt der Knitterlook schnell zurück. Das Material neigt außerdem dazu, beim Waschen einzulaufen und erst unter Hitze seine endgültige Länge zu erreichen.
Besonders Modelle in hellen Farben wie Weiß oder Beige zeigen ein weiteres Problem: Unterwäsche kann oft deutlich sichtbar sein, was zu unangenehmen Situationen führt. Trotz dieser Mängel bleiben Leinenhosen ein wiederkehrender Bestandteil der Berliner Sommermode.
Hosen mit abnehmbarem Bein
Ein weiterer umstrittener Modetrend ist die Hose mit Reißverschluss am Knie, die sich von lang zu kurz umwandeln lässt. Dieses Kleidungsstück, oft in Beige oder Olivgrün, stammt ursprünglich aus der Funktions- und Trekkingmode. Praktisch für lange Wanderungen, wirkt es in der Innenstadt jedoch deplatziert.
Einsatzgebiete dieser Hosen
- Trekkingtouren
- Outdoor-Aktivitäten
- Situationen mit wechselnden Temperaturen
Im urbanen Alltag wird die Funktion, spontan die Hosenlänge anzupassen, kaum genutzt.
Ärmel mit Knopf und Riegel
Sweatshirts und Hemden mit Knopf und Riegel am Oberarm haben ihren Ursprung in der Arbeits- und Militärbekleidung. Die Konstruktion soll verhindern, dass hochgekrempelte Ärmel herunterrutschen. In Berlin sind diese Kleidungsstücke besonders bei Männern zu sehen, die Wert auf praktische Details legen.
Die militärische Anmutung passt jedoch nicht immer zu einem sommerlichen Stadtbild. Das Element bleibt umstritten, da es seinen ursprünglichen Nutzen im Alltag selten erfüllt.
Flip-Flops und ihre gesundheitlichen Folgen
Flip-Flops gehören zu den ältesten Schuhformen, sind aber für den Alltag kaum geeignet. Eine Studie aus dem Jahr 2010 belegt, dass das Tragen von Flip-Flops die Gangart verändert, die Schrittgröße verkleinert und ein Festkrallen der Zehen verursacht. Zudem bieten sie keinen Halt, keine Führung und nur geringe Dämpfung.
Typische Merkmale:
- Ursprünglich für den Strand entwickelt
- Charakteristisches Geräusch beim Gehen
- Geringe Stabilität für den Fuß
In der Berliner Innenstadt sind Flip-Flops vor allem bei Touristen verbreitet. Ihre Verwendung abseits von Stränden bleibt aus praktischer und gesundheitlicher Sicht problematisch.
Quelle: Berliner Zeitung



