Angepasster Gang entlastet das Knie
Angepasster Gang entlastet das Knie, pixabay/Foto illustrativ

Forscher haben eine einfache Methode identifiziert, die den Knorpelabbau im Knie reduzieren und Schmerzen spürbar lindern kann. Laut einer im Fachblatt „The Lancet Rheumatology“ veröffentlichten Studie profitieren Betroffene von einer gezielten Veränderung der Fußstellung beim Gehen. In Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Arthrose-Hilfe rund 5 Millionen Menschen an Arthrose. Die Erkrankung zerstört schrittweise den schützenden Gelenkknorpel und verursacht starke Schmerzen.

Inhaltsverzeichnis:

Studie von Valentina Mazzoli zeigt Wirkung

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Valentina Mazzoli untersuchte 68 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Kniearthrose.

  • 34 Teilnehmer erhielten eine genaue Anleitung zur Anpassung der Fußstellung
  • 34 weitere liefen ohne bewusst veränderte Gangtechnik

Die Fußstellung wurde individuell um 5 oder 10 Grad nach innen oder außen angepasst, abhängig von der passenden Belastungsverteilung. Alle Probanden sollten mindestens 20 Minuten täglich in der angepassten Weise gehen. Über ein Jahr hinweg wurden MRT-Scans durchgeführt, um Veränderungen im Knie zu messen.

Knorpelabbau verlangsamt und Schmerzen reduziert

Die Analyse ergab, dass sich bei Teilnehmern mit angepasster Fußstellung der Knorpelabbau an der Innenseite des Knies verlangsamte.

  • Schmerzreduktion um durchschnittlich 2,5 Punkte auf einer Skala von 0 bis 10
  • Effekt vergleichbar mit rezeptfreien Schmerzmitteln
  • Potenziell kann die Notwendigkeit einer Kniegelenksersatz-Operation hinausgezögert werden

Forscher betonen, dass dieser Ansatz personalisiert werden muss, um optimal zu wirken.

Vergleich mit anderen nichtmedikamentösen Therapien

Eine Übersichtsstudie des First People’s Hospital of Neijiang in China bestätigte, dass Wassergymnastik, Knieorthesen und gelenkschonende Bewegungsformen zu den wirksamsten nichtmedikamentösen Methoden zählen. Die Auswertung umfasste 139 Studien mit fast 10.000 Patienten. Bewegung ohne starke Belastung versorgt den Knorpel besser und kann das Fortschreiten der Arthrose bremsen.

Potenzial für breitere Anwendung

Die Forscher sehen in der Gangkorrektur eine kostengünstige, nichtinvasive Ergänzung zu bestehenden Therapien. Fortschritte in der Bewegungsanalyse durch künstliche Intelligenz könnten die individuelle Anpassung künftig erleichtern. Weitere Studien sollen die Langzeitwirkung bestätigen und klären, wie die Methode in der medizinischen Praxis am besten eingesetzt werden kann.

Quelle: WELT

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